Gebäudereinigungen werden heutzutage häufig von der Hausverwaltung durchgeführt und dann über die Betriebskosten abgewickelt. Doch egal ob Firmen oder Privatpersonen beauftragt werden – man fragt sich doch oft, wie viel Zeitaufwand für die Reinigung eigentlich notwendig ist und wie sich die Kosten überhaupt zusammensetzen. Dabei ist das von außen gar nicht mal so schwer zu bestimmen, wie vielleicht gedacht. Hier gibt es einige Tipps als Überblick.

Sind die Reinigungskosten angemessen?

In der Betriebskostenabrechnung findet man die Hausbetreuungskosten und Reinigungskosten aufgelistet. Doch unbedingt nachvollziehbar sind diese Aufstellungen auf den ersten Blick nicht, denn sie erläutern weder die benötigte Zeit noch den genauen Arbeitsaufwand.

Reinigungskosten

Es empfiehlt sich die Reinigungskosten vorab genau zu prüfen!

Allerdings gibt es inzwischen praktische Helfer, wie zum Beispiel die ÖNORM D 2050. Damit kann man die aufgewendete Zeit und Angemessenheit von Reinigungskosten nachprüfen. Die Norm regelt im Prinzip die maximalen Leistungen pro Quadratmeter, die eine Reinigungskraft bei Arbeiten zu erreichen hat.

Unterschieden wird nach Reinigungsniveau, Raumfläche und Raumnutzung, also zwischen:

  • Sichtreinigung
  • Teilreinigung
  • Vollreinigung

Macht Sinn, denn schließlich ist nicht jede Fläche unter jeder Bedingung gleich zeitaufwändig. Man stelle sich etwa einen häufig betretenen Flur im Gegensatz zu einer Abstellkammer vor. Aus diesem Grund setzen auch viele Hausbesitzer bei der Hausreinigung auf Professionalität und ziehen erfahrene Reinigungsfirmen, wie etwa Mr. Cleaner, Privatpersonen vor.

Fact: Die Markpreise im Reinigungssektor liegen momentan ca. zwischen 16,50 und 22,50€/Stunde (zzgl. Mwst.).

Tipps zur Überprüfung

Egal ob man sich mit einer Betriebskostenabrechnung beschäftigt oder selbst einen Reinigungsauftrag vergeben will – ein guter Weg der Kontrolle ist das Abmessen der zu reinigenden Fläche. Erfahrungsgemäß passieren nämlich genau bei der Größenermittlung Fehler.

Auch hier gibt es einen Richtwert: die ÖNORM EN 13549. Dort findet man Grundanforderungen und Empfehlungen für Qualitätsmesssysteme. Sind die Kosten also unverständlich, helfen diese Tabellen unter Umständen weiter.

Bei größeren Hausgemeinschaften wäre es vielleicht sogar lohnend, spezielle Dienstleister mit der Einholung von Angeboten zu beauftragen, oder die Hausverwaltung einzuschalten. Dann kann man gemeinsam nach möglichen Einsparungen suchen. Bestehen weiterhin Zweifel, ist ein Gespräch mit der Arbeiterkammer (Bauen & Wohnen) oder anderen Organisationen zum Konsumentenschutz, kein Fehler.

Die Reinigungsarten im Überblick

Um das Ganze noch ein wenig deutlicher zu machen, dient ein öffentliches Treppenhaus als Beispiel. Wie erwähnt, gestaltet sich die Reinigung unterschiedlich intensiv – in diesem Fall sieht die maximale Quadratmeterleistung so aus:

  • Sichtreinigung: 300m2/Stunde
  • Teilreinigung: 200m2/Stunde
  • Vollreinigung: 140m2/Stunde

Der Rahmenkollektivvertrag für Arbeiterinnen/Arbeiter in der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung, im sonstigen Reinigungsgewerbe und in Hausbetreuungstätigkeiten sieht die unterschiedlichen Reinigungsarten dabei folgendermaßen vor:

  1. 1 Unterhaltsreinigung (UR)

Diese Reinigungsleistung ist eine laufend wiederkehrende Reinigungsmaßnahme. Die Vollreinigung hat folgende Leistungen zu umfassen:

4.1.1 Vollreinigung

  • Müllentleerung,
  • Auffüllen von Bedarfs- oder Verbrauchsartikeln,
  • Reinigung der Bodenflächen,
  • Reinigung der waagrechten und senkrechten Oberflächen freigeräumter Einrichtungsgegenstände,
  • Reinigung der Fensterbände und Heizkörper,
  • Reinigung von Türen, Schalter, Steckdosen, Handläufen und Geländern von losen und leicht anhaftenden Verschmutzungen sowie die Entfernung von Spinnweben ohne die Verwendung von Steighilfen.

Nicht inkludiert sind Leistungen, die im Leistungsumfang der Generalreinigung gemäß 4.3 enthalten sind. Leistungen der Vollreinigung gelten für alle Gebäude, Gebäudeteile und andere in 5.1 genannten Reinigungsbereiche. Nach der Vollreinigung dürfen nur Verschmutzungen vorhanden sein, welche nur im Zuge einer Generalreinigung gemäß 4.3 oder Sonderreinigung gemäß 4.4 zu entfernen sind.

4.1.2 Teilreinigung

Diese Reinigungsleistung ist eine laufend wiederkehrende Reinigungsmaßnahme, bei der vertragsmäßig bestimmte Leistungsarten in einer festgesetzten Reinigungshäufigkeit durchgeführt werden. Bei dieser sind, je nach Beauftragung, Teile der Vollreinigung in zu definierenden Intervallen, abwechselnd ohne Verwendung von Steighilfen durchzuführen. Abweichungen der maximalen Leistung der Vollreinigung zur Teilreinigung aufgrund des verringerten Leistungsumfanges sind plausibel zu erklären.

Leistungen der Teilreinigung gelten für alle Gebäude, Gebäudeteile und andere in 5.1 genannten Reinigungsbereiche.
Nach der Teilreinigung dürfen aufgrund der reduzierten Reinigungsleistung und Reinigungsintervalle gegenüber der Vollreinigung sichtbare Verschmutzungen vorhanden sein.

4.1.3 Sichtreinigung

Diese Reinigungsleistung ist eine laufend wiederkehrende Reinigungsmaßnahme. Die Sichtreinigung hat folgende Leistungen zu umfassen:

  • Müllentleerung,
  • Auffüllen von Bedarfs- oder Verbrauchsartikeln,
  • Entfernung von Griffspuren auf Glastüren,
  • Auffüllen von Bedarfs- oder Verbrauchsartikeln sowie
  • Entfernung augenscheinlicher grober Verschmutzungen im Rahmen einer Sichtkontrolle auf Böden, waagrechten und senkrechten Oberflächen freigeräumter Einrichtungsgegenstände, Fensterbänken und Heizkörpern ohne die Verwendung von Steighilfen.

Diese Reinigungsleistungen gelten für alle Gebäude, Gebäudeteile und andere in 5.1 genannten Reinigungsbereiche. Aufgrund der reduzierten Reinigungsleistung dürfen sichtbare Verschmutzungen vorhanden sein.

Ist die Zusammensetzung der Reinigungskosten unklar, helfen etwa die genannten ÖNORM-Wegweiser weiter. Damit können die Angemessenheit sowie die Relation zur Fläche überprüft werden. Ansonsten sollte man sich an die Richtlinien des Rahmenkollektivvertrags halten – im Zweifelsfall kann man sich immer mit der Hausverwaltung oder mit Konsumentenschutzorganisationen besprechen.